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„Wir tun das, weil wir glauben, dass Freiheit unteilbar ist“

Jahresbericht 2007
Mit einem kleinen Streifzug durch die gar nicht so trockenen Jahresberichte der Stiftung warf die Journalistin Maria-Christina Nimmerfroh einen anderen Blick auf das Geschehen der letzten 50 Jahre in der politischen Bildung. So wurde im Jahresbericht von 1959 die „intellektuelle Jugend“ als „wortgewandt, fragelustig, lernbegierig, intelligent und respektlos bezeichnet“, die sich zudem in Veranstaltungen stark an der Aussprache beteilige. Schon zehn Jahre später, 1969, stellte die Stiftung allerdings fest, dass der klassischen Veranstaltung aus Wechselspiel von Referat und Diskussion kein großer Lernerfolg beschieden sei. So „manövriere“ Referat und Diskussion bei nur geringer Gruppenarbeit die Teilnehmer in eine „passive Situation“ geradezu herein und diese Passivität habe letztlich auch Unaufmerksamkeit der Referate zufolge. Mit „Intensivformen der Gruppenarbeit“ gelänge allerdings die „beabsichtigte Aktivierung vollauf“ und die Teilnehmer würden „nahezu sämtlich“ zur Mitarbeit und Parteinahme veranlasst werden, so dass kaum noch die Möglichkeit einer „anonymen, lethargischen und letztlich also unergiebigen Anwesenheit“ bestehe. Die vielen interaktiven Elemente zählen noch heute zu den wichtigen Elementen der Seminare.

Demokratiegefährdende Mediokratie?

Wieder zehn Jahre später, 1979, wendete sich der Jahresbericht geradezu prophetisch den neuen Medien zu und fragt: „Steht uns mit Kabel- und Satellitenfernsehen eine demokratiegefährdende Mediokratie ins Haus, eine „Herrschaft“ der technischen Kommunikationsmedien, die unsere Freizeit besetzen, und eine „Herrschaft“ inhaltlicher Mittelmäßigkeit?“ Darüber hinaus sei es ein Irrtum zu glauben, dass Kommunikation grundsätzlich verbinde. Kommunikation könne „ebenso trennen und zerstören“. Das gelte besonders für indirekte Kommunikation mit Hilfe von technischen Medien. „Unzweifelhaft ist die Gefahr der Isolation des Einzelnen, der Abkapselung von Gemeinwesen, trotz aller neuen, beeindruckenden Möglichkeiten zusätzlicher Kommunikation.“

So fordert der Jahresbericht die kommunikationstechnische Entwicklung „qualitativen Maßstäben“ zu unterstellen, „will man nicht in eine postindustrielle Kommunikationsgesellschaft hineinsteuern, die nichts weiter ist als ein geschwätziges Gehäuse der Entfremdung ist.“ Auch die Resonanz auf Seminare wurde in den Jahresberichten festgehalten, so war 1989 zu lesen: „Das Seminar ‚Witz und Politik in der Bundesrepublik’ hatte eine enttäuschende Teilnehmerzahl und eine überragende Medienresonanz: Den 24 Teilnehmern standen 13 Berichterstattungen in Presse, Funk und Fernsehen gegenüber.“

Ebenso war die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit immer aktuellen Themen auf der Spur. Als im Jahr 1988 die Fußballeuropameisterschaft in Deutschland stattfand, diskutierte im politischen Club der damalige Vorstandsvorsitzende Wolfgang Mischnik, der auch Verwaltungsmitglied Frankfurter Eintracht war, mit Sportjournalisten über das Thema „Fußball, Fußball über alles?!“ Zum liberalen Geist, der die Jubiläumsveranstaltung in Wiesbaden eifrig umwehte, passte auch das Abschlusslied: Es ging um das Bruttosozialprodukt.

Maria-Christina Nimmerfroh

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