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Wolfgang Gerhardt: Freiheit und Fairness in Kreuzberg

Wolfgang Gerhardt in der Heilig-Kreuz-Kirche in Kreuzberg
Seit Beginn des Jahres stellt Wolfgang Gerhardt in ganz Deutschland sein Papier „Für Freiheit und Fairness“ vor – jetzt war die Hauptstadt an der Reihe. Der Veranstaltungsort lag nicht etwa in einem der westlichen Berliner Bezirke, in denen die Liberalen einen guten Stand haben, sondern in Kreuzberg, dem Bezirk, der mit Christian Ströbele den einzigen direkt gewählten Grünen-Bundestagsabgeordneten stellt. Wer jedoch dachte, ein Liberaler wie Wolfgang Gerhardt fände dort kein Publikum, sah sich getäuscht – während der Rede des Vorstandsvorsitzenden der Stiftung für die Freiheit mussten noch Stühle besorgt werden, damit es das nachrückende Publikum bequem hatte.

Im Publikum: Konrad Schily MdB
Mit den unbequemen Botschaften Gerhardts kamen die Zuhörer dagegen gut zurecht. Der Parforceritt durch alle Bereiche der Politik war zwar anspruchsvoll, hatte aber einen roten Faden: Solidarität, Gerechtigkeit, eine Gesellschaft des Miteinanders sind erreichbar – aber nicht durch staatliches Handeln. „Wir in Deutschland orientieren uns immer noch zu sehr am allumfassenden Fürsorgestaat“, sagte Gerhardt und erntete für diesen versteckten Vorwurf breiten Zuspruch.

Christian Taaks, Wolfgang Gerhardt
Moderator Christian Taaks hatte zu Beginn eine Bemerkung Thomas Manns aus dem Jahr 1937 zitiert, die Freiheit werde „ohne Zweifel das Grundprinzip“ Deutschlands künftiger sozialer und politischer Verfassung sein, „eine Freiheit aber, die aus schweren Erlebnissen gelernt hat und die nicht noch einmal dulden wird, dass ihre Feinde sie überrumpeln.“ Gerhardt griff das Zitat später noch einmal auf und warnte, die Freiheit sei zurzeit weniger gefährdet, „weil ein Diktator vor der Tür steht oder eine einmarschierende Macht.“ Bedrohlich sei vielmehr die Abwälzung von Verantwortung auf den Staat, dass demagogische Politiker dieses Geschäft betrieben, indem sie mit „Sozialstaatsversprechen die Illusion schüren, man hätte nichts mehr zu tun, die Sozialsysteme erledigen die Probleme schon.“

Wolfgang Gerhardt
Gerhardt forderte dazu auf, sich von Solidaritätsvorstellungen zu lösen, bei denen niemand mehr Verantwortung trage. Solidarität übe der, der sein eigenes Potenzial ausschöpfe, bevor er an andere herantritt. Genau das mache Freiheit unbequem, Freiheit verlange die Übernahme von Verantwortung und das bedeute immer auch ein gewisses Risiko des Scheiterns. In der Tat eine unbequeme Botschaft, die jedoch ankam – das machten die zahlreichen Äußerungen der Berliner deutlich, die sich an der anschließenden Diskussion beteiligten.


Das Papier "Für Freiheit und Fairness" können Sie kostenlos hier bestellen oder hier herunterladen (Format PDF).

Wolfgang Gerhardt steht auf Veranstaltungen der Stiftung für die Freiheit Rede und Antwort zu seinen Thesen. Die genauen Termine entnehmen Sie bitte unserem Veranstaltungskalender.

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