Freiheit, die wir meinen. Zum Freiheitsbegriff in den USA und in Deutschland
Diskussionsveranstaltung im Amerikanischen Generalkonsulat Hamburg
Freiheit kann und wird durchaus recht unterschiedlich begriffen werden. Dies wurde im Rahmen der Diskussionsveranstaltung im Amerikanischen Generalkonsulat Hamburg deutlich. Der Kooperationspartner der Stiftung hatte in sein Haus eingeladen, um ein Thema mit deutschen Gästen zu diskutieren, das grundlegend für das amerikanische Selbstverständnis ist.
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| Generalkonsulin Karen E. Johnson |
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| Prof. Michael R. Pfau |
Durch den einleitenden historischen Exkurs wurde deutlich, dass Freiheit in den USA erkämpfte Freiheit, sozusagen Freiheit von unten, war und noch immer als solche verstanden wird. In Deutschland hingegen war Freiheit etwas, was Menschen zuteil wurde, durch Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen, also Freiheit von oben. Dieses Verständnis herrscht noch immer vor. Aus diesem fundamentalen Unterschied erwuchs und manifestierten sich unterschiedliche Beziehungen zur Freiheit.
In den USA steht Freiheit an erster Stelle, den Bürgern wird ein größtmögliches Maß von Freiheit gewährt, Sicherheit kommt erst danach. Man vertraut dem Bürger und geht davon aus, dass er seine Freiheit positiv verwenden wird. An etlichen Beispielen konnte dieses Verständnis und dieser Zustand illustriert werden: Wenn Schriftstücke beglaubigt werden sollen, geht man in den USA mit der Kopie zum Notar und schwört, dass die Kopie dem Original entspricht. Das genügt, um eine Beglaubigung zu erlangen. US-Bürger dürfen Waffen besitzen, es gibt nur wenige Einschränkungen, was den Waffenbesitz anbelangt. Noch vor etwa zwei Wochen hatte der Oberste Gerichtshof das verfassungsmäßige Recht auf Waffenbesitz in einem Urteil bestätigt.
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| Prof. Michael R. Pfau im Gespräch mit Petra Beckmann-Schulz |
In Deutschland steht Sicherheit weit vorne. Um bei den Beispielen zu bleiben: Für eine notarielle Beglaubigung legt man Kopie und Original vor und beweist an Ort und Stelle die Übereinstimmung. Waffenbesitz – unabhängig davon, dass er keine Rolle in unserer politischen Kultur und Geschichte spielt - ist nicht vorgesehen.
In der lebhaften Diskussion kamen weitere Beispiele und Aspekte zutage, die die Unterschiedlichkeit der beiden Staaten, vor allem in Bezug auf das Freiheitsverständnis, verdeutlichten. Dass Überzeugungen und Normen (das Recht, Waffen zu tragen, ist im 2. Verfassungszusatz aus dem 18 Jh. verankert) über Jahrhunderte hinweg stabil (wenn auch im eigenen Land nicht unumstritten!) sein können, ist auf die ungebrochene geschichtliche und Verfassungstradition zurückzuführen. Im Vergleich dazu hatte Deutschland allein im 20. Jahrhundert fünf verschiedene politische Systeme und entsprechend oft Grund und Anlass, über die Fehler, die zum Scheitern des jeweiligen politischen Systems führten, nachzudenken und diese zu beheben.
Petra Beckmann-Schulz
Die Stiftung in Hamburg
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