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Bonn: Festakt 50 Jahre für die Freiheit
Und mit den letzten Worten seiner Festrede mahnte er die vielen Liberalen im Plenarsaal des alten Bundestages: „Wer vor allem die Freiheit will, muss die Chancengleichheit ernst nehmen. Dazu gehört der Grundstatus aller Bürger und die Begrenzung der Fähigkeit, diesen Status kraft illegitimer Macht einzuschränken. Was bleibt, ist aber eine Gesellschaft der Vielfalt und der Unterschiede, auch solcher, die zu Ungleichheit führen. Was bleibt, ist eine offene, wandlungsfähige Gesellschaft – eben eine Gesellschaft freier Bürger.“
Freiheit als Minderheitsideal
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| Guido Westerwelle |
Ralf Dahrendorf bezeichnete die Freiheit als Minderheitsideal – wenige Minuten später freute sich Guido Westerwelle als Bonner Abgeordneter besonders darüber, einmal „in diesem Hohen Hause zu sein, an einem Tag, an dem die Liberalen die Mehrheit unter den Anwesenden stellen.“ Ganz Wesentliches habe in den vergangenen 50 Jahren die Stiftung vorgedacht, was dann zur Haltung in der Partei wurde und später auch zur Haltung der Bundesrepublik. Westerwelle nannte die Freiheit „ein geländegängiges Wort.“ Für viele sei Freiheit nicht mehr als die Freiheit, nach Mallorca reisen zu dürfen oder nicht mehr hinter einer Mauer leben zu müssen. Für Liberale sei Freiheit, so Westerwelle, aber in erster Linie Freiheit zur Verantwortung, nicht Freiheit von der Verantwortung. Verantwortung für sich selbst und seinen Nächsten zu haben und wahrzunehmen, sei die Botschaft der Liberalen und die unbequemste Botschaft aller politischen Richtungen – gerade in einer Zeit, in der nur noch das als sozial gelte, was der Staat umverteile. „Der Bürger als Taschengeldempfänger des Staates – das ist nicht unser liberales Ideal,“ konstatierte der FDP-Chef.
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| Otto Graf Lambsdorff mit internationalen Gästen |
Nach der eingangs erwähnten von Otto Graf Lambsdorff moderierten internationalen Diskussion, die noch einmal die internationale Arbeit der Stiftung in den Vordergrund rückte, und den Schlussworten des Kuratoriumsvorsitzenden Professor Jürgen Morlok hatten die Anwesenden reichlich Gesprächsstoff im Foyer – in einer für liberale Verhältnisse ausgesprochen großen Runde.
Boris Eichler
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