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| Haussmann (aus dem Reichstagshandbuch 1920) |
Dies war umso bemerkenswerter, als Haussmann einer württembergischen Familie mit ausgeprägt demokratisch-antipreußischer Tendenz entstammte und er als langjähriger linksliberaler Reichstagsabgeordneter sich fast immer in Opposition zur kaiserlichen Regierung verstanden hatte.
In seiner Berufung kam der Umschwung zum Ausdruck, den das Kaiserreich quasi „kurz vor Toresschluss“ vollzogen hatte, indem seine Verfassung zu einer parlamentarischen Monarchie umgestaltet worden war. In seiner neuen Funktion erlebte Haussmann die Novemberrevolution, die er wie viele seiner Gesinnungsgenossen weniger als Aufbruch und mehr als Risiko für die inzwischen erreichte Demokratisierung ansah.
Nach dem Sturz der Monarchie und dem Rücktritt Max von Badens verließ auch Haussmann die Regierung und wurde wieder das, was er am liebsten war: freigewählter und nur seinem Gewissen unterworfener Parlamentarier. Als solcher hatte er noch entscheidenden Anteil an der Verabschiedung der Weimarer Reichsverfassung, war aber ausgesprochen skeptisch über die außen- und innenpolitische Stabilität der neuen Republik.
Haussmann in der Neuen deutsche Biographie
Dokument: Ausschnitt aus Haussmanns „Schlaglichter“ (A 86-320)
Literaturhinweis: Jürgen Frölich: Conrad Haussmann (1857-1922). In: R. Weber/I. Mayer (Hrsg.): Politische Köpfe aus Südwestdeutschland. Stuttgart 2005, S. 43-54
Liberale Stichtage 2008 - mit dieser Serie erinnert das Archiv des Liberalismus im Jubiläumsjahr der Stiftung in unregelmäßigen Abständen an Ereignisse und Personen aus der Geschichte des deutschen Liberalismus. Alle bisherigen ‚Stichtage’ finden Sie hier.
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