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23.9. - Liberale Stichtage: Vor 65 Jahren stirbt der berühmte liberale Publizist Theodor Wolff in Berlin an den Folgen seiner Inhaftierung durch die Nationalsozialisten

Theodor Wolff
In der Weimarer Republik stand sein Name für überragenden Journalismus: Theodor Wolff (1868-1943) gehörte während des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts zu den einflussreichsten politischen Kommentatoren. Seine montäglichen Leitartikel wurden weithin zur Kenntnis genommen. Der Chefredakteur des „Berliner Tageblatts“ war als überzeugter Demokrat 1918 Mitgründer der DDP (s. Liberaler Stichtag 28.6.) und trat später immer wieder vehement für eine dezidiert republikanisch-demokratische Politik ein, dabei seine eigene Partei häufig nicht schonend. Der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ entzog er sich zunächst durch Flucht nach Frankreich; im Weltkrieg wurde er dann jedoch von der Vichy-Regierung an die Gestapo ausgeliefert und ins KZ Sachsenhausen verbracht. Am 23. September 1943 erlag der große Journalist den Folgen von Haft und Folter im jüdischen Krankenhaus in Berlin-Wedding.

Wolff bei der FU Berlin
Auf dem einsamen Stern (SZ-Serie "Aufmacher" (XLVI): Theodor Wolff)

Gründungsaufruf der DDP (Quelle: Erkelenz, Anton (Hrsg.): Zehn Jahre Deutsche Republik. Ein Handbuch für republikanische Politik. Berlin 1928)

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