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„Liberale versammeln sich nicht hinter Glücksbannern“

1. Freiheitskongress der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Berlin

Er kritisierte das Gehabe der selbsternannten Neoliberalismusgegner als „manichäistisches Kasperletheater“, in dem der Markt per se böse, der Sozialstaat gut sei. Nur: Innerhalb des Sozialstaats werde genau so egozentrisch nach dem eigenen Vorteil operiert wie im Markt.

Ludwig-Georg Braun
Ludwig-Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, begann seine Ausführungen mit seinem Ausflug in die Familiegeschichte und schilderte die bürokratischen Schwierigkeiten, mit denen seine Vorfahren vor gut 200 Jahren zu kämpfen hatten, als sie vom Handwerksbetrieb zur Manufaktur expandieren wollten – vieles daran erinnerte erschreckend an die Dinge, die frustrierte Unternehmer heute zu erzählen wissen, wenn ihr euphorischer Gründergeist von Bürokraten geradezu systematisch in Frustration umgewandelt wird.

Wolfgang Gerhardt
Nach einem Tag interessanter Vorträge und angeregter Diskussionen beim 1. Freiheitskongress konnte – mit Besorgnis – konstatiert werden: Die Freiheit ist nicht nur hier und da bedroht, sie ist flächendeckend in Gefahr. Nur wird dies kaum bewusst, da ihre Bedrohungen stets nur punktuell sichtbar werden. Ein zusammenfassendes Bild zur Bedrohungslage zu geben, dies war die eine große Leistung dieses Kongresses. Die andere war die optimistisch stimmende Erkenntnis, dass es ausweislich der auf dem Podium vertretenen Persönlichkeiten Menschen gibt, die mit Herz und Verstand, mit Engagement und analytischer Kraft unbeirrt für den Wert der Freiheit einstehen und für ihn werben. Echte Staatsbürger also, die, wie Wolfgang Gerhardt, es in seiner Begrüßung gefordert hatte, nicht nur Freiheiten fordern, sondern auch Verantwortung zeigen und ein bürgerliches Selbstverständnis, dass nicht dem Staat die Weisheit zuschreibt, wie es sonst nur Kinder im Verhältnis zu ihren Eltern tun, “bis sie mal erwachsen werden.“ Liberale versammeln sich nicht hinter dem Staat, auch nicht „hinter Glücksbannern“, so Gerhardt. Hinter liberalen Geistern, wie sie sich auf dem Freiheitskongress gezeigt haben, versammeln sie sich aber sicher gerne.

Downloads:

Eröffnungsrede von Dr. Wolfgang Gerhardt
Manuskript von Ulrike Ackermann
Manuskript von Prof. Wolfgang Kersting

Hinweis: In wenigen Tagen steht an dieser Stelle auch eine Videoaufzeichnung des Freiheitskongresses zum Download bereit.

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