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Konferenz-Doku: Strategien für eine freie Welt

Internationale Konferenz im Flughafen Tempelhof
Freiheit entsteht nicht von selbst. In vielen Ländern der Welt muss sie noch erkämpft werden, in anderen müssen die vorhandenen Freiheiten verteidigt werden. Das ist eine Herausforderung für liberale Politik. Um sie zu meistern, müssen Antworten auf die Probleme gefunden werden, die sich in einer globalisierten Welt immer aufs Neue stellen. Dazu ist es wichtig, neben der tagespolitischen Arbeit in langfristiger Perspektive zu denken. Dazu konnte die Konferenz „Masterplan 2050 – Strategien für eine freie Welt“ einen Beitrag leisten. Zahlreiche renommierte Politiker und Experten waren der Einladung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit gefolgt. Sie erlebten lebhafte und spannende Debatten an einem historischen Ort, der das Eintreten für die Freiheit symbolisiert: im Flughafen Tempelhof. Hier landeten die so genannten „Rosinenbomber“, die das Überleben der Berliner während der sowjetischen Blockade sicherten.

Dinner Speech: Hans-Olaf Henkel
Die Konferenz begann mit einem Vortrag von Hans-Olaf Henkel, dem ehemaligen Präsidenten des Bundesverbandes der deutschen Industrie und einem der prononciertesten Verteidiger der individuellen Freiheit in Deutschland. Er demonstrierte, dass entgegen einem Großteil der öffentlichen Meinung die Globalisierung eine große Chance für die Menschen in allen Ländern ist. Die mit ihr verbundene Öffnung von Gesellschaften und Märkten bietet gewaltige Wohlstands- und Freiheitschancen.

Wolfgang Gerhardt
Zu Beginn des zweiten Tages der Konferenz gab der Vorsitzende des Vorstandes der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Wolfgang Gerhardt, eine Einführung in die Themen der vier Panels und erläuterte zu einigen von ihnen seine Sichtweise.

Das erste Panel beschäftigte sich mit einem außerhalb der liberalen Familie immer noch weitgehend unterschätzten Thema: den Eigentumsrechten. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass nur auf der Basis garantierter Eigentumsrechte nachhaltig Wohlstand für alle entstehen kann. Das machte in seinem Impulsreferat Professor Enrique Ghersi aus Peru deutlich. Aufbauend auf einer Analyse verschiedener historischer Eigentumskonzeptionen forderte er, die Rechtssysteme immer wieder daraufhin zu überprüfen, inwieweit sie unter modernen Bedingungen noch das individuelle Eigentum schützen. Anschließend erläuterten Mamadou Lamine Ba, Sonderberater des Präsidenten Senegals und Hisham Awartani aus Palästina die besonderen Probleme, die die Schaffung einer Eigentumsordnung in ihren Ländern mit sich bringt. Kelsey Zahourek von der globalen Property Rights Alliance erläuterte abschließend das Konzept des „Property Rights Index“, in dem der Stand des Schutzes der Eigentumsrechte weltweit verglichen wird.

Rev. Robert A. Sirico
Im zweiten Panel ging es um das Verhältnis von Religion und Freiheit. In der modernen globalen Debatte reicht es für Liberale nicht aus, auf die Trennung von Staat und Kirche zu verweisen, so grundlegend diese auch ist. Verteidiger der Freiheit müssen einen Beitrag zum Dialog der Religionen leisten und gleichzeitig deutlich machen, dass Freiheit und Menschenrechte nicht im Widerspruch zum religiösen glauben stehen müssen. Vertreter von drei Weltreligionen regten die Debatte mit ihren Beiträgen an: Rev. Robert A. Sirico vom Acton Institut aus den USA, Professor Norani Othman von der Organisation „Sisters in Islam“ aus Malaysia und Professor Samdhong Rinpoche, Chef der Verwaltung der Tibeter im Exil. Es zeigte sich, dass trotz aller Unterschiede im Freiheitsbegriff und in der Bestimmung des Verhältnisses von Politik und Religion sich alle einig darüber waren, dass all ihre Religionen einen freiheitlichen Kern haben und dass religiöser Glauben sogar eine Voraussetzung für das Eintreten für die Freiheit sein kann.

Prof. Samdhong Rinpoche
Die Menschen eines Landes können nur dann dauerhaft in Freiheit leben, wenn der institutionelle Rahmen dafür vorhanden ist. Rechtsstaatlichkeit und demokratische Institutionen standen deshalb im Mittelpunkt des dritten Panels. Es zeigte sich, dass noch viel Arbeit vor den Liberalen in aller Welt liegt. Manuel Roxas, Senator von den Philippinen, Vladimir Ryzhkov aus Russland, Ranil Wickremesinghe, ehemaliger Premierminister von Sri Lanka und Welshman Ncube, Generalsekretär der Bewegung für demokratischen Wandel aus Simbabwe diskutierten die Hindernisse für Demokratie und Rechtsstaat in ihren jeweiligen Ländern und Regionen und diskutierten Vorschläge, wie sie überwunden werden können.

How Can Political Parties Develop and Strengthen Freedom?
Abschließend wurde im vierten Panel darüber diskutiert, wie liberale Parteien noch erfolgreicher für eine freiheitliche Ordnung eintreten können. Die Politiker, die über ihre Erfahrungen berichteten, kamen aus Ländern mit sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen für die Arbeit von Parteien: Sam Rainsy aus Kambodscha, Cristian David, Innenminister Rumäniens, Taher al-Masri, der ehemalige Premierminister Jordaniens, Eduardo Montealegre aus Nicaragua und Jürgen Beerfeltz, der Bundesgeschäftsführer der FDP. Einig waren sie sich jedoch darin, dass eine intensive Kommunikation mit den Bürgern die Grundlage für eine erfolgreiche liberale Politik ist.

Natürlich konnte die Konferenz keinen fertigen Masterplan für eine freiheitliche Welt entwickeln. Sie hat jedoch einen Beitrag dazu geleistet, dass sich Liberale aus vielen Ländern über die ideellen Grundlagen und die politischen Konzepte verständigt haben, auf denen ihre Arbeit für die Freiheit beruht.

Sascha Tamm

Eine Vielzahl der Referate und Statements ist auf der Folgeseite dokumentiert.

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